Jede Pommesbude müsste dichtmachen, hielte sie sich nicht an Hygieneregeln. Für Krankenhäuser sind es meist Empfehlungen, mehr nicht. Wie kann das denn sein?
Krankenhauspolitik ist Ländersache. Das ist das erste Problem. Es steht jedem Bundesland offen, ob es eine Krankenhaushygieneverordnung erlässt, die vorschreibt, die Richtlinie des Robert Koch-Instituts einzuhalten. Das haben bisher nur fünf Bundesländer getan: Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Sachsen.
Nun das zweite Problem.
Dreh- und Angelpunkt ist die Klinikleitung. Es geht nur mit den richtigen Personalstrukturen, und die müssen von der Leitung gelegt werden. In vielen Kliniken hat die Leitung aber überhaupt keine adäquate Ausbildung. Auch in den Aufsichtsräten sitzen hauptsächlich Menschen, die keine medizinische Ausbildung haben, dafür aber gute Kontakte zum Gesundheitsamt. “Es gibt Kliniken, die haben den Landrat im Aufsichtsrat sitzen, der gleichzeitig für das Gesundheitsamt zuständig ist.”
Das ist das dritte Problem. Im Prinzip wird jede Klinik vom zuständigen Amt überwacht. Die Ämter sind jedoch “überlastet” und “nicht ausreichend kompetent”.
Ein wirksames Rezept: die interne Kontrolle durch qualifiziertes Hygienepersonal in jeder Klinik.
Aber solange die Vetternwirtschaft funktioniert, wird es wohl so schnell keine Änderung geben.
Und das alles wieder zu Lasten der Gesundheit der Patienten.